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A
Über uns
Anstalt öffentlichen Rechts

Eine Anstalt des öffentlichen Rechts – oft mit „AöR" abgekürzt – ist eine besondere Organisationsform für öffentliche Aufgaben. Vereinfacht gesagt ist sie ein rechtlich selbstständiges Unternehmen, das eine bestimmte Aufgabe für die Allgemeinheit erfüllt und dabei eigenverantwortlich handelt. Sie steht damit zwischen zwei Welten: Sie ist kein privates Unternehmen, das Gewinn erwirtschaften will, aber auch keine gewöhnliche Behörde innerhalb der Stadtverwaltung.

Der Begriff besteht aus zwei Teilen. „Anstalt" meint hier eine Einrichtung, die dauerhaft eine öffentliche Aufgabe übernimmt. „Öffentliches Recht" bedeutet, dass sie auf gesetzlicher Grundlage im Auftrag der Allgemeinheit tätig ist – nicht auf Basis privater Geschäftsinteressen. Getragen wird eine solche Anstalt von einer oder mehreren Kommunen.

Der praktische Vorteil dieser Form liegt in der Selbstständigkeit. Eine AöR kann ihre Aufgabe flexibel und eigenverantwortlich erfüllen, mit eigener Leitung und eigenem Haushalt, bleibt aber fest in öffentlicher Hand und einer öffentlichen Kontrolle unterstellt. So verbindet sie unternehmerische Handlungsfähigkeit mit dem Auftrag, im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu handeln.

Für Sie bedeutet das vor allem eines: Hinter der SELH steht kein Konzern, der Gewinne an Eigentümer ausschüttet. Wir arbeiten kostendeckend – jeder Euro fließt zurück in sauberes Wasser für Lüdenscheid und Herscheid.

C
Über uns
Cloaca Maxima

Die Cloaca Maxima ist eines der ältesten und bekanntesten Abwassersysteme der Geschichte – ein großer Kanal, den die alten Römer schon vor über 2000 Jahren im antiken Rom bauten. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „größter Abzugskanal". Man kann sie sich als eine Art Urahnin unserer heutigen Kanalisation vorstellen.

Ursprünglich wurde sie angelegt, um sumpfiges Gelände trockenzulegen und Regenwasser aus der Stadt abzuleiten. Später diente sie zunehmend dazu, auch das Schmutzwasser Roms abzuführen. Das Wasser wurde durch einen großen, überwölbten Kanal gesammelt und aus der Stadt hinaus in den Fluss geleitet. Für die damalige Zeit war das eine bemerkenswerte technische Leistung – ein durchdachtes Bauwerk, das über viele Jahrhunderte in Betrieb blieb. Teile davon existieren noch heute.

Bemerkenswert ist vor allem, wie alt der Grundgedanke dahinter ist. Schon lange vor den Römern verlegten frühe Hochkulturen wie die Indus-Zivilisation Tonrohre, um Abwasser aus ihren Häusern abzuleiten. Die Idee, Wasser gezielt zu sammeln und wegzuführen, um sauber und sicher zusammenzuleben, ist über 4000 Jahre alt. Sie gehört damit zu den ältesten Themen der Menschheit überhaupt.

Warum das für uns eine Rolle spielt? Weil es zeigt, wie sehr geordnete Entwässerung und ein funktionierendes Zusammenleben zusammengehören – damals wie heute. Die Kanalisation in Lüdenscheid ist natürlich längst nicht so alt: Aufzeichnungen verraten, dass ihr Bau in den 1890er Jahren begann. Doch das Ziel ist dasselbe geblieben wie zu Zeiten der Cloaca Maxima – eine sichere Lebensgrundlage in einer modernen Zivilisation.

Der Grundgedanke ist also uralt. Unsere Antworten darauf sind es nicht: Als kommunaler Entwässerungsbetrieb hinterfragen wir uns immer wieder selbst, um Schritt für Schritt besser zu werden.

D
Abwasser
Dränwasser

Dränwasser ist Wasser, das mit Rohren oder Rinnen gezielt aus dem Boden abgeleitet wird, um ihn trockenzuhalten. Rund um Häuser werden dafür oft sogenannte Drainagen verlegt: durchlöcherte Rohre im Erdreich, die überschüssiges Wasser aus dem Boden aufnehmen und wegführen. Auf diese Weise sammelt sich das Wasser nicht am Mauerwerk und drückt nicht gegen Keller oder Fundament.

Man findet Dränwasser typischerweise dort, wo der Boden feucht ist oder sich Wasser stauen könnte. Etwa entlang von Kellerwänden, unter Gebäuden oder auf landwirtschaftlichen Flächen. Es handelt sich also nicht um Schmutzwasser aus Küche und Bad und auch nicht um Regenwasser, das vom Dach läuft, sondern um Wasser, das im Erdreich vorhanden ist und dort gezielt abgefangen wird.

Wichtig ist, wohin dieses Wasser darf und wohin nicht. Dränwasser gehört nicht in eine Kleinkläranlage. Solche Anlagen sind für häusliches Abwasser gedacht, also für das, was in Küche, Bad und Toilette anfällt. Leitet man zusätzlich Dränwasser, Regenwasser oder Wasser aus einem Schwimmbecken hinein, wird die Anlage mit Wassermengen überlastet, die sie gar nicht reinigen soll. Das stört den Reinigungsprozess und kann die Anlage schädigen.

Auch in den öffentlichen Schmutzwasserkanal gehört Dränwasser in der Regel nicht, denn auch dort würde es die Kanäle und die spätere Reinigung unnötig belasten. Wohin es stattdessen abgeleitet werden darf, hängt vom Einzelfall ab und ist mit den zuständigen Stellen abzustimmen.

Wenn Sie in Lüdenscheid oder Herscheid ein Grundstück mit Kleinkläranlage haben oder unsicher sind, wie Sie mit Dränwasser umgehen dürfen, sprechen Sie uns gern an. Wir helfen Ihnen weiter, damit jedes Wasser den richtigen Weg nimmt.

E
Hochwasser
Elementarschadenversicherung

Eine Elementarschadenversicherung ist eine Versicherung, die Schäden durch Naturereignisse abdeckt — sogenannte Elementarschäden. Dazu zählen etwa Überschwemmung, Rückstau nach Starkregen, Hochwasser, aber auch Schneedruck oder Erdrutsch.

Wichtig ist der Unterschied zu den üblichen Versicherungen. Eine normale Wohngebäude- oder Hausratversicherung deckt Schäden durch Naturereignisse wie Überschwemmung oder Rückstau meist nicht ab. Wer sich dagegen absichern möchte, braucht in der Regel eine zusätzliche Elementarschadenversicherung, oft als Erweiterung der bestehenden Verträge.

Ob und zu welchen Konditionen ein Gebäude versicherbar ist, hängt von der Lage und dem konkreten Risiko ab. Für ein Haus in einem besonders gefährdeten Gebiet können die Bedingungen anders ausfallen als für ein Haus in sicherer Lage. Auskunft dazu geben die Versicherer selbst sowie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

F
Über uns
Frischwasser

Frischwasser ist sauberes Wasser in Trinkwasserqualität, das bei Ihnen zu Hause aus dem Hahn kommt. Sie nutzen es zum Trinken und Kochen, zum Duschen und Waschen, zum Putzen oder für die Toilettenspülung.

Wichtig ist der Unterschied zum Abwasser: Frischwasser ist das Wasser, das in Ihr Haus hineinfließt. Sobald Sie es benutzt haben, wird daraus Abwasser, das durch den Abfluss wieder hinausfließt — zu uns in den Kanal und von dort zur Reinigung.

Genau dieser Zusammenhang erklärt, warum Frischwasser auch für Ihre Gebühren wichtig ist. Bei der Schmutzwassergebühr gilt eine einfache Faustregel: Das Wasser, das Sie aus der Leitung entnehmen, muss anschließend ja auch wieder abfließen und gereinigt werden. Deshalb richtet sich die Höhe der Schmutzwassergebühr nach Ihrem Frischwasserverbrauch. Je mehr Frischwasser Sie verbrauchen, desto mehr fließt in der Regel auch wieder in den Kanal zurück.

Es gibt aber Ausnahmen: Wasser, das Sie zwar entnehmen, aber nicht in den Kanal geben. Zum Beispiel Wasser, das Sie zum Gießen im Garten verwenden. Es fließt nicht im Abfluss ab, sondern versickert im Boden. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie dieses Wasser von der Schmutzwassergebühr abziehen lassen. Dafür weisen Sie die Menge über einen geeichten Gartenwasserzähler nach. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Um das Frischwasser — also die Lieferung Ihres Trinkwassers — kümmern sich in unserer Region die Stadtwerke Lüdenscheid. Wir als SELH sind für den Weg danach zuständig: dafür, dass Ihr Abwasser sicher abfließt und gereinigt wieder in den Wasserkreislauf gelangt.

G
Über uns
Gruppenkläranlage

Eine Gruppenkläranlage ist eine kleinere Kläranlage, die das Abwasser für eine Gruppe von Grundstücken gemeinsam reinigt. Der Name sagt es bereits: Nicht ein einzelnes Haus, sondern eine ganze Gruppe ist an sie angeschlossen. Etwa eine kleine Siedlung, ein abgelegener Ortsteil oder mehrere benachbarte Anwesen.

Nötig wird sie überall dort, wo sich ein Anschluss an das große, zentrale Kanalnetz nicht lohnt oder technisch kaum machbar ist – meist in abgelegenen Lagen, weit weg vom nächsten großen Kanal. Statt das Abwasser über weite Strecken zu einer zentralen Anlage zu leiten, wird es direkt vor Ort gereinigt. Das Prinzip ist dabei dasselbe wie bei den großen Anlagen: Dem Wasser wird Schritt für Schritt der Schmutz entzogen, sodass es am Ende sauber in ein Gewässer zurückkehren kann.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Auch einzelne Häuser und kleine Ortslagen abseits der Stadt müssen ihr Abwasser nicht ungeklärt loswerden. So wird schmutziges Wasser wirklich überall wieder zu sauberem – nicht nur dort, wo viele Menschen nah beieinander wohnen.

In Lüdenscheid und Herscheid betreiben wir mehrere solcher Gruppenkläranlagen an genau solchen Standorten. Sie sind ein wichtiger Baustein dafür, dass sauberes Wasser in unserer gesamten Region gelingt – bis in die letzte Ecke.

H
Abwasser
Hausanschluss

Der Hausanschluss ist die Verbindung, über die Ihr Haus an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen ist. Er ist die Stelle, an der das Abwasser Ihres Grundstücks in die öffentliche Kanalisation übergeht. Alles, was in Küche, Bad und Toilette im Abfluss verschwindet, beginnt hier seine Reise: vom Haus über den Hausanschluss in den öffentlichen Kanal und von dort weiter zur Reinigung.

Zum Hausanschluss gehört die sogenannte Anschlussleitung. Das ist das Rohr, das Ihr Abwasser von Ihrem Grundstück bis zum öffentlichen Kanal führt. Erst danach übernimmt das öffentliche Netz — also die SELH.

Wichtig ist die Frage, wer wofür verantwortlich ist. Die Anschlussleitung von Ihrem Grundstück bis zum öffentlichen Kanal gehört Ihnen. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie deshalb für Bau, Wartung und Instandhaltung dieses Teils zuständig. Das gilt auch dann, wenn Ihre Leitung erst hinter der Grundstücksgrenze auf den öffentlichen Kanal trifft. Erst ab dem öffentlichen Kanal sind wir als SELH zuständig.

Deshalb lohnt es sich, den eigenen Hausanschluss im Blick zu behalten. Eine dichte, intakte Leitung schützt vor Verstopfungen, vor eindringenden Baumwurzeln und davor, dass Ratten einen Schlupfwinkel finden. Wenn ein neuer Anschluss verlegt oder ein bestehender stillgelegt werden soll, etwa bei einem Neubau oder vor einem Abriss, ist dafür ein Antrag nötig.

H
Hebeanlage mit Rückstauschleife

Eine Hebeanlage mit Rückstauschleife ist eine besonders sichere Art, tief liegende Räume vor Rückstau aus dem Kanal zu schützen. Um sie zu verstehen, hilft ein Blick auf das Problem dahinter: Bei Starkregen kann der Wasserstand im öffentlichen Kanal ansteigen — bis zur sogenannten Rückstauebene, die in der Regel auf Höhe der Straße vor Ihrem Haus liegt. Alle Räume und Abläufe unterhalb dieser Höhe, meist im Keller, sind dann gefährdet: Das Wasser könnte durch die Leitung zurück ins Haus drücken.

Die Hebeanlage löst das mit zwei Bauteilen. Die Hebeanlage selbst ist im Grunde eine Pumpe: Sie sammelt das Abwasser aus den tief liegenden Räumen und hebt es nach oben in den Kanal — denn Abwasser kann nicht von allein bergauf fließen. Die Rückstauschleife ist eine Schlaufe in der Leitung, die bewusst über die Rückstauebene hinaufgeführt wird. Weil das Wasser aus dem Kanal diese Höhe nicht überwinden kann, hat es keine Möglichkeit mehr, zurück ins Haus zu gelangen.

Der große Vorteil: Diese Lösung schützt auch dann zuverlässig, wenn Räume dauerhaft entwässern müssen — etwa eine Waschküche oder ein Bad im Keller, das ständig in Benutzung ist. Ein einfacher Rückstauverschluss würde in solchen Fällen nicht genügen, weil er die Leitung im Ernstfall verschließt und das Abwasser dann nicht mehr abfließen könnte.

Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie nach unserer Entwässerungssatzung verpflichtet, Ihr Haus gegen Rückstau zu sichern. Welche Lösung die richtige ist, hängt von Ihrer Situation ab. Wir empfehlen Ihnen, den Verlauf und Zustand Ihrer Leitungen vorab von einer Fachfirma prüfen zu lassen — und die Anlage danach regelmäßig zu warten, damit sie im Ernstfall zuverlässig funktioniert.

K
Abwasser
Kanalisation

Die Kanalisation ist das unterirdische Netz aus Rohren und Kanälen, das Abwasser sammelt und abtransportiert. Sie beginnt an Ihrem Haus und zieht sich unter Straßen und Wegen hindurch bis zu den Kläranlagen, in denen das Wasser gereinigt wird. Das meiste davon bekommt man nie zu sehen — und genau so soll es sein: Die Kanalisation arbeitet unbemerkt, rund um die Uhr.

Durch die Kanalisation fließen zwei Arten von Wasser. Zum einen das Schmutzwasser aus Küche, Bad und Toilette. Zum anderen das Regenwasser, das von versiegelten Flächen wie Dächern und Einfahrten abläuft und nicht im Boden versickern kann. Beides wird über die Kanäle sicher abgeleitet, damit Keller nicht volllaufen, Straßen nicht überschwemmt werden und das Schmutzwasser dorthin gelangt, wo es gereinigt werden kann.

Unser Betriebsleiter ist sich sicher: „Ohne Kanalisation wären Seuchen noch heute unser größtes Problem." Denn würde das Abwasser oberirdisch abgeführt oder ungereinigt in Bäche und Flüsse fließen, wäre das nicht nur unangenehm, sondern auch sehr unhygienisch.

Damit die Kanalisation zuverlässig funktioniert, wird alles sorgfältig geplant, gebaut, geprüft und instand gehalten. Verstopfungen, undichte Stellen oder hereinwachsende Baumwurzeln können den Betrieb stören, deshalb ist es wichtig, dass nur das ins Abwasser gelangt, was dort auch hingehört. Was ins Abwasser darf, erfahren Sie hier.

Ein Teil der Kanalisation liegt übrigens in Ihrer Verantwortung: Die Anschlussleitung (Hausanschluss) von Ihrem Grundstück bis zum öffentlichen Kanal gehört Ihnen. Erst ab dem öffentlichen Kanal übernehmen wir.

In Lüdenscheid und Herscheid betreiben wir als SELH ein Kanalnetz von rund 334,5 Kilometern Länge — ein Weg, der weiter reicht, als man zunächst vermuten würde. Fast jedes Grundstück in Lüdenscheid und Herscheid ist daran angeschlossen. Die Idee dahinter ist uralt: In Lüdenscheid begann der Bau der Kanalisation bereits in den 1890er Jahren. Das Ziel ist bis heute dasselbe geblieben — eine sichere und saubere Lebensgrundlage für alle.

K
Abwasser
Kläranlage

Eine Kläranlage ist der Ort, an dem Abwasser gereinigt wird, bevor es zurück in die Natur gelangt. Alles, was bei Ihnen im Abfluss verschwindet, fließt durch die Kanalisation dorthin. In der Kläranlage wird dem Wasser Schritt für Schritt der Schmutz entzogen, sodass am Ende sauberes Wasser übrig bleibt. Das saubere Wasser wird dann wieder in Flüsse und Bäche eingeleitet.

Die Reinigung läuft dabei in mehreren Stufen ab. Zuerst werden grobe Bestandteile zurückgehalten und feste Stoffe setzen sich ab. Danach übernehmen winzige Lebewesen — vor allem Bakterien — die eigentliche Arbeit: Sie bauen die gelösten Schmutzstoffe im Wasser ab, ganz auf natürlichem Weg. In weiteren Schritten werden zusätzliche Stoffe entfernt, bevor das gereinigte Wasser die Anlage verlässt. Der zurückbleibende Schlamm wird gesondert entsorgt.

Wichtig zu wissen: Eine Kläranlage kann viel, aber nicht alles. Manche Stoffe lassen sich nur teilweise herausfiltern. Medikamentenreste zum Beispiel. Deshalb gehören solche Dinge in den Restmüll, nicht in die Toilette. Was gar nicht erst ins Abwasser gelangt, muss auch nicht mühsam wieder herausgeholt werden.

In unserer Region teilt sich die Arbeit auf. Die großen öffentlichen Kläranlagen in Lüdenscheid werden vom Ruhrverband betrieben — einem engen Partner von uns. Von Ihren Entwässerungsgebühren führen wir deshalb Beiträge an den Ruhrverband ab, der die weitergehende Reinigung übernimmt.

Nicht überall reicht ein großer Kanal bis zur nächsten Anlage. Dort, wo das nicht der Fall ist, reinigen wir das Abwasser vor Ort. In kleineren Anlagen, damit schmutziges Wasser wirklich überall wieder zu sauberem wird, nicht nur in der Stadt.

So oder so gilt dasselbe Ziel: Jeder Tropfen soll gereinigt und dem natürlichen Wasserkreislauf zurückgegeben werden — für sauberes Wasser in Lüdenscheid und Herscheid.

N
Gebühren, Abwasser
Niederschlagswasser

Als Niederschlagswasser gilt all das Wasser, was vom Himmel fällt: Regen, (geschmolzener) Schnee, Hagel. Im Alltag sagt man meist einfach Regenwasser. Sobald dieses Wasser auf ein Grundstück trifft, wird es für die Entwässerung wichtig, denn es muss schießlich irgendwohin.

Dabei gibt es zwei Wege. Fällt das Wasser auf unbebaute, durchlässige Flächen wie Beete, Rasen oder Schotter, versickert es einfach im Boden. Pflanzen nehmen es auf, oder es wird zu Grundwasser. Fällt es dagegen auf bebaute oder versiegelte Flächen — etwa Dächer, Terrassen oder gepflasterte Einfahrten —, kann es nicht versickern. Stattdessen läuft es ab und gelangt in die Kanalisation.

Genau dieses abfließende Niederschlagswasser ist unsere Aufgabe: Wir leiten es sicher ab und puffern große Mengen bei Starkregen in Rückhaltebecken, damit es nicht zu Rückstau oder Überflutungen kommt.

Weil Niederschlagswasser von versiegelten Flächen in den öffentlichen Kanal gelangt, fällt dafür die Niederschlagswassergebühr an. Ihre Höhe richtet sich danach, wie groß die bebauten und versiegelten Flächen auf Ihrem Grundstück sind — nicht nach der Regenmenge, denn die kann niemand beeinflussen.

Für Sie bedeutet das: Sie haben Einfluss auf diese Gebühr. Je weniger Niederschlagswasser von Ihrem Grundstück in den Kanal läuft, desto geringer fällt sie aus. Das gelingt zum Beispiel durch das Entsiegeln von Flächen oder das Auffangen von Regen in einer Regentonne oder Zisterne.

R
verschiedene
Regenrückhaltebecken

Ein Regenrückhaltebecken ist ein Speicher, der bei starkem Regen große Wassermengen auffängt und langsam wieder abgibt. Der Name erklärt die Aufgabe treffend: Es hält den Regen zunächst zurück, statt ihn auf einmal weiterfließen zu lassen.

Der Grund: Fällt bei Starkregen in kurzer Zeit sehr viel Wasser, können Kanäle und Bäche es nicht schnell genug abführen. Es droht Rückstau oder Überflutung. Das Regenrückhaltebecken wirkt hier wie ein Puffer: Es nimmt die Wassermassen auf, wenn sie am größten sind, und lässt sie erst nach und nach ab, wenn die Leitungen wieder Luft haben. So werden die Spitzen abgefangen, bevor sie Schaden anrichten.

Viele dieser Becken sind so in die Landschaft eingebettet, dass man sie kaum als technische Anlage wahrnimmt. Oft sind sie begrünt und die meiste Zeit gar nicht oder nur teilweise mit Wasser gefüllt. Gut möglich, dass Sie schon an einem vorbeigekommen sind oder eines in Ihrer Nachbarschaft haben, ohne es zu wissen.

In Lüdenscheid und Herscheid betreiben wir mehrere solcher Becken. Sie sind ein wichtiger Baustein unseres Hochwasserschutzes — Vorsorge, die man erst bemerkt, wenn sie einmal fehlt.

Manche unserer Becken haben nebenbei noch einen zweiten Nutzen: Auf den begrünten Flächen grasen Schafe, und Wildblumen blühen für Insekten. So verbinden wir sichere Entwässerung mit einem kleinen Beitrag für die Natur.

Als SELH prüfen und pflegen wir diese Anlagen regelmäßig, damit sie im Ernstfall zuverlässig funktionieren. Denn guter Hochwasserschutz beginnt lange vor dem nächsten Starkregen — daran arbeiten wir kontinuierlich, gemeinsam mit Ihnen und im Ernstfall mit der Feuerwehr.

R
Regenwasser
Rigole

Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicher für Regenwasser. Man kann sie sich wie einen Hohlraum unter der Erde vorstellen, der mit grobem Kies oder mit speziellen Kunststoffkörpern gefüllt ist. Fällt Regen auf Dächer, Wege oder Höfe, wird er dorthin geleitet, statt sofort in den Kanal zu fließen. In der Rigole sammelt sich das Wasser in den vielen kleinen Zwischenräumen und versickert von dort nach und nach in den Boden.

Der Vorteil: Die Rigole wirkt wie ein Puffer. Bei Starkregen nimmt sie große Wassermengen auf einmal auf und gibt sie langsam wieder ab. So wird die Kanalisation entlastet und das Risiko von Überflutungen sinkt. Gleichzeitig bleibt das Regenwasser vor Ort und füllt das Grundwasser wieder auf, anstatt einfach abgeleitet zu werden. Eine Rigole ist damit ein typischer Baustein einer wassersensiblen, „schwammartigen" Stadt.

Rigolen gibt es in verschiedenen Größen — von kleinen Anlagen im privaten Garten bis zu großen Systemen im öffentlichen Raum.

Auch in Lüdenscheid setzen wir auf diese Technik: An der Kluser Straße speichern unterirdische Rigolen das Regenwasser und geben es in trockenen Zeiten wieder ab. So haben die Stadtbäume dort auch in heißen, regenarmen Sommern genug Wasser und halten besser durch. Für uns ist das ein gutes Beispiel dafür, wie sich Regenwasser sinnvoll nutzen lässt, statt es nur schnell wegzuleiten.

R
Gebühren, Abwasser
Rollierendes Verfahren

Das rollierende Verfahren ist eine Methode, um Gebühren nicht für alle Haushalte auf einmal, sondern nach und nach übers Jahr verteilt abzurechnen. „Rollierend" bedeutet dabei so viel wie „der Reihe nach durchrollend": Nicht alle Haushalte bekommen ihren Bescheid am selben Stichtag, sondern immer eine Gruppe nach der anderen.

Damit das funktioniert, wird das Gebiet in mehrere Bereiche aufgeteilt, sogenannte Abrechnungsbezirke. Diese Bezirke kommen über das Jahr verteilt nacheinander an die Reihe. Ist Ihr Bezirk dran, erstellen wir Ihre Abrechnung und senden sie Ihnen per Post zu. Danach folgt der nächste Bezirk, und so geht es weiter, bis am Ende alle abgerechnet sind.

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt vor allem in einem gleichmäßigen Ablauf: Die Arbeit verteilt sich über das ganze Jahr, statt sich zu einem einzigen Zeitpunkt zu bündeln. Das macht die Abrechnung zuverlässiger und weniger fehleranfällig und sorgt dafür, dass wir effizienter arbeiten können.

Sie müssen also nichts weiter tun und auch nicht selbst aktiv werden. Sobald Ihr Abrechnungsbezirk an der Reihe ist, erhalten Sie Ihren Bescheid ganz automatisch.

Übrigens: Ihren Entwässerungsgebührenbescheid bekommen Sie nicht separat, sondern gebündelt mit der Verbrauchsabrechnung der Stadtwerke Lüdenscheid — also alles in einem Schreiben.

R
Hochwasser
Rückstau

Von Rückstau spricht man, wenn Abwasser nicht mehr abfließt, sondern sich in der Leitung staut und zurückdrückt, im ungünstigsten Fall sogar bis zurück ins Haus. Normalerweise fließt Ihr Abwasser vom Grundstück in den öffentlichen Kanal und von dort weiter zur Reinigung. Bei Rückstau kehrt sich dieser Weg um: Das Wasser nimmt den Rückweg und kann dort austreten, wo es niemand haben möchte — etwa aus Toiletten, Waschbecken oder Bodenabläufen im Keller.

Die häufigste Ursache ist Starkregen. Fällt in kurzer Zeit sehr viel Regen, kann der Wasserstand im öffentlichen Kanal stark ansteigen. Der Kanal ist dann randvoll und kann das Wasser nicht schnell genug abführen. Es staut sich zurück — bis zur sogenannten Rückstauebene, die in der Regel auf Höhe der Straße vor Ihrem Haus liegt. Alle Räume und Abläufe unterhalb dieser Höhe, meist im Keller, sind dann gefährdet.

Wichtig zu wissen: Der Schutz vor Rückstau liegt in Ihrer Verantwortung. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie nach unserer Entwässerungssatzung verpflichtet, tiefer liegende Räume gegen Rückstau zu sichern. Je nach Nutzung geschieht das mit einem Rückstauverschluss oder mit einer Hebeanlage mit Rückstauschleife. Und eine solche Sicherung schützt nur dann zuverlässig, wenn sie regelmäßig gewartet wird.

Neben dem Starkregen können auch verstopfte oder beschädigte Leitungen zu Rückstau führen — etwa durch eingewachsene Baumwurzeln oder durch Dinge im Abwasser, die dort nicht hineingehören. Auch deshalb lohnt es sich, die eigene Anschlussleitung in gutem Zustand zu halten.

R
Für Bürgerinnen & Bürger > Hochwasser
Rückstauebene

Die Rückstauebene ist die Höhe, bis zu der das Wasser im Kanal im Ernstfall ansteigen und zurückdrücken kann. Der Begriff klingt technisch, meint aber etwas ganz Anschauliches: eine gedachte waagerechte Linie, die anzeigt, wie hoch Abwasser aus dem öffentlichen Kanal maximal steigen könnte, wenn es zu Rückstau kommt.

In aller Regel liegt diese Linie auf Höhe der Straße vor Ihrem Haus. Der Grund dafür ist einfach: Steigt das Wasser im Kanal bei Starkregen an, kann es an der niedrigsten offenen Stelle austreten. Das ist meist die Straßenoberfläche, etwa über einen Gully. Bis zu dieser Höhe kann sich das Wasser also aufstauen.

Wichtig wird die Rückstauebene, wenn Sie herausfinden möchten, welche Räume in Ihrem Haus gefährdet sind. Die Faustregel lautet: Alles, was unterhalb der Rückstauebene liegt, ist bedroht. Typischerweise sind das Kellerräume mit Toiletten, Waschbecken oder Bodenabläufen. Aus diesen Abläufen könnte bei Rückstau Wasser ins Haus drücken. Räume oberhalb dieser Linie sind dagegen nicht durch Rückstau aus dem Kanal gefährdet.

Deshalb ist die Rückstauebene der Ausgangspunkt für den richtigen Schutz. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie nach unserer Entwässerungssatzung verpflichtet, tiefer liegende Räume gegen Rückstau zu sichern. Je nach Nutzung mit einem Rückstauverschluss oder einer Hebeanlage mit Rückstauschleife. Der erste Schritt ist immer, zu prüfen, welche Räume und Abläufe überhaupt unterhalb der Rückstauebene liegen.

Wenn Sie unsicher sind, wo diese Höhe bei Ihrem Grundstück in Lüdenscheid oder Herscheid genau verläuft, hilft Ihnen eine Fachfirma weiter. Sie kann den Verlauf und Zustand Ihrer Leitungen prüfen und Sie zur passenden Sicherung beraten.

R
Rückstausicherung

Eine Rückstausicherung schützt Ihr Haus davor, dass Abwasser aus dem Kanal zurück ins Gebäude gelangt. Um zu verstehen, wozu sie dient, hilft ein Blick auf das Problem: Bei Starkregen kann der Wasserstand im öffentlichen Kanal stark ansteigen — bis zur sogenannten Rückstauebene, die in der Regel auf Höhe der Straße vor Ihrem Haus liegt. Alle Räume und Abläufe unterhalb dieser Höhe, meist im Keller, sind dann gefährdet: Das Wasser kann durch die Leitungen zurückdrücken und dort austreten, wo es niemand haben möchte. Zum Beispiel aus Toiletten, Waschbecken oder Bodenabläufen.

Eine Rückstausicherung verhindert genau das. „Rückstausicherung"" ist dabei der Oberbegriff für verschiedene technische Lösungen. Welche die richtige ist, hängt davon ab, wie der betroffene Raum genutzt wird. Für tiefer liegende Räume, die nicht dauerhaft auf Entwässerung angewiesen sind, genügt oft ein Rückstauverschluss: eine Klappe, die sich bei Rückstau schließt und die Leitung dicht macht. Für Bereiche, die dauerhaft entwässern müssen (z.B. eine Waschküche im Keller), ist eine Hebeanlage mit Rückstauschleife der sichere Weg. Sie pumpt das Abwasser über die Rückstauebene hinweg in den Kanal.

Wichtig zu wissen: Eine Rückstausicherung ist keine freiwillige Zusatzausstattung. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie nach unserer Entwässerungssatzung verpflichtet, eine geeignete Sicherung einzubauen. Und sie schützt nur dann zuverlässig, wenn sie regelmäßig gewartet wird. Eine verklemmte oder verschmutzte Klappe kann im Ernstfall versagen.

Wir empfehlen Ihnen, den Verlauf und Zustand Ihrer Leitungen vorab von einer Fachfirma prüfen zu lassen. So finden Sie heraus, welche Räume unterhalb der Rückstauebene liegen und welche Lösung für Ihr Haus in Lüdenscheid oder Herscheid die passende ist.

R
Rückstauverschluss

Ein Rückstauverschluss ist ein Bauteil, das verhindert, dass Abwasser aus dem Kanal zurück ins Haus fließt. Man kann ihn sich wie eine Klappe in der Abwasserleitung vorstellen: Im normalen Betrieb ist sie geöffnet, damit Ihr Abwasser wie gewohnt abfließen kann. Steigt das Wasser im Kanal aber an, etwa bei Starkregen, und droht zurückzudrücken, schließt sich die Klappe und macht die Leitung dicht. So bleibt das Wasser dort, wo es hingehört, und gelangt nicht in Ihren Keller.

Trägt der Rückstauverschluss den Zusatz „nach DIN EN 13564", verweist das auf eine technische Norm. Eine Norm ist eine Art Qualitäts- und Sicherheitsstandard: Sie legt fest, welche Anforderungen ein Rückstauverschluss erfüllen muss, damit er zuverlässig funktioniert. Kaufen Sie ein Bauteil, das dieser Norm entspricht, können Sie sicher sein, dass es geprüften Regeln genügt und für den Einsatz geeignet ist. Die Angabe hat also vor allem einen praktischen Nutzen für Sie — Sie erkennen daran das richtige, sichere Produkt.

Ein Rückstauverschluss eignet sich vor allem für tiefer liegende Räume, die nicht dauerhaft auf Entwässerung angewiesen sind. Für Bereiche, die ständig entwässern müssen (z. B. Waschküche oder Bad im Keller), ist dagegen eine Hebeanlage mit Rückstauschleife der sichere Weg, weil ein geschlossener Verschluss das Abwasser dort sonst zurückhalten würde.

Wichtig ist außerdem die Wartung: Nur ein regelmäßig geprüfter Verschluss schließt im Ernstfall zuverlässig. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie in Lüdenscheid und Herscheid nach unserer Entwässerungssatzung ohnehin verpflichtet, Ihr Haus gegen Rückstau zu sichern. Wir empfehlen Ihnen, den Zustand Ihrer Leitungen vorab von einer Fachfirma prüfen zu lassen.

S
Regenwasser
Schwammstadt

Die Schwammstadt ist ein Leitbild dafür, wie eine Stadt mit Regen umgehen kann. Die Idee steckt schon im Namen: Eine Stadt soll Regenwasser aufsaugen und speichern wie ein Schwamm, statt es nur möglichst schnell in die Kanäle abzuleiten. Bei Bedarf gibt sie das Wasser später wieder ab — an Pflanzen, an den Boden, an die Luft.

Der Hintergrund ist ein doppeltes Problem, das durch den Klimawandel zunimmt. Auf der einen Seite gibt es immer häufiger Starkregen, bei dem in kurzer Zeit riesige Wassermengen fallen und Kanäle überlasten. Auf der anderen Seite werden die Sommer heißer und trockener, sodass Bäume und Grünflächen unter Wassermangel leiden. Eine klassische, stark versiegelte Stadt verschärft beides: Der Regen läuft sofort ab, statt vor Ort gespeichert zu werden.

Die Schwammstadt setzt genau hier an. Unversiegelte Flächen, begrünte Dächer, Mulden, unterirdische Rigolen oder wasserdurchlässige Beläge nehmen den Regen dort auf, wo er fällt. Das entlastet bei Starkregen die Kanäle und beugt Überflutungen vor. In trockenen Zeiten steht das gespeicherte Wasser zur Verfügung, beispielsweise für die Bäume in der Stadt. So wird die Stadt widerstandsfähiger gegen zu viel und zu wenig Wasser.

Als Entwässerungsbetrieb sehen wir die Schwammstadt als wichtigen Teil unserer Aufgabe. In Lüdenscheid speichern zum Beispiel unterirdische Rigolen an der Kluser Straße das Regenwasser und geben es an die Stadtbäume ab.

Gelingen kann das aber nur gemeinsam mit Ihnen. Auch auf Ihrem Grundstück wirkt jede unversiegelte Fläche wie ein kleiner Schwamm: ein Beet statt Pflaster, eine Dachbegrünung auf dem Carport oder eine Regentonne am Fallrohr. Kleine Schritte mit großer Wirkung — gut für die Umwelt, und oft auch für Ihre Gebühren.

T
Über uns
Träger

Der Träger ist derjenige, der die Verantwortung für eine öffentliche Einrichtung übernimmt – man sagt auch, die Einrichtung steht „in seiner Trägerschaft". Man kennt den Begriff auch aus anderen Bereichen: Ein Kindergarten hat einen Träger, ein Krankenhaus oder eine Schule ebenso.

Wichtig ist dabei, was ein Träger ist und was nicht. Der Träger führt die Einrichtung nicht im Alltag selbst – dafür gibt es eine eigene Leitung. Er steht vielmehr dahinter: Er richtet die Einrichtung ein, gibt ihr den Auftrag und trägt die grundsätzliche Verantwortung dafür, dass sie besteht und ihre Aufgabe im Sinne der Allgemeinheit erfüllt. Bei öffentlichen Einrichtungen sind die Träger meist Kommunen, also Städte und Gemeinden.

Der Träger bestimmt außerdem mit, in welche Richtung sich eine Einrichtung entwickelt. Häufig ist er in einem Aufsichtsgremium vertreten, das die Arbeit begleitet und kontrolliert. So bleibt sichergestellt, dass die Einrichtung im öffentlichen Interesse handelt und nicht eigene Wege geht.

Die SELH hat gleich zwei Träger: die Stadt Lüdenscheid und die Gemeinde Herscheid. Beide Kommunen tragen die SELH gemeinsam – deshalb steht das „H" für Herscheid auch fest im Namen. Das war nicht immer so: Erst seit dem 1. Januar 2019 gehen Lüdenscheid und Herscheid diesen gemeinsamen Weg. Mit dem Beitritt der Gemeinde Herscheid wurde aus der früheren SEL die SELH, wie es sie heute gibt – ein Betrieb für zwei Kommunen.

Dass beide Träger mitentscheiden, zeigt sich auch in unserem Verwaltungsrat: In diesem Aufsichtsgremium sind Lüdenscheid und Herscheid gemeinsam vertreten. So bleibt die SELH fest in der Hand ihrer beiden Kommunen – und damit in Ihrer.

V
Regenwasser
Versickerungspflaster

Versickerungspflaster ist ein wasserdurchlässiger Bodenbelag für Wege, Einfahrten oder Höfe. Anders als bei normalem Pflaster oder Asphalt kann Regenwasser hier direkt an Ort und Stelle in den Boden sickern, statt oberflächlich abzulaufen. Der Belag wirkt also eher wie ein Schwamm als wie eine Abdichtung.

Möglich machen das offene Zwischenräume: Manche Systeme haben breitere, mit Kies oder Splitt gefüllte Fugen zwischen den Steinen, durch die das Wasser hindurchsickert. Andere bestehen aus Steinen mit vielen kleinen Poren, die das Wasser selbst durchlassen. In beiden Fällen versickert der Regen zwischen oder durch die Steine, wird zu Grundwasser oder von Pflanzen aufgenommen.

Der Nutzen zeigt sich vor allem bei Regen. Weil das Wasser vor Ort im Boden bleibt, gelangt weniger davon in die Kanalisation. Das entlastet die Kanäle, senkt das Risiko von Überflutungen bei Starkregen und hilft, das Grundwasser aufzufüllen. Versickerungspflaster ist damit ein einfacher Baustein einer wassersensiblen, „schwammartigen" Stadt.

Für Sie kann sich das auch bei den Gebühren bemerkbar machen. Die Niederschlagswassergebühr richtet sich danach, wie groß Ihre versiegelten Flächen sind — also die Flächen, von denen Regenwasser in den Kanal läuft. Ersetzen Sie eine dicht versiegelte Fläche durch durchlässiges Versickerungspflaster, kann das Ihre gebührenpflichtige Fläche verringern. Wichtig ist dabei: Ob und in welchem Umfang eine Fläche als durchlässig anerkannt wird, hängt vom Einzelfall ab.

V
Gebühren
Versiegelte Flächen

Versiegelte Flächen sind Flächen, durch die kein Wasser mehr in den Boden dringen kann, weil sie mit einem wasserundurchlässigen Belag bedeckt sind. Typische Beispiele sind Hausdächer, asphaltierte oder gepflasterte Einfahrten, betonierte Höfe und Terrassen. Der Boden darunter ist sozusagen „versiegelt" — abgedichtet gegen Regen.

Der Unterschied zeigt sich, sobald es regnet: Auf einer Wiese, einem Beet oder einer Schotterfläche versickert das Regenwasser einfach im Boden. Pflanzen nehmen es auf, oder es wird zu Grundwasser. Auf einer versiegelten Fläche kann das nicht passieren. Das Wasser läuft oberflächlich ab und gelangt in die Kanalisation. Je mehr versiegelte Flächen es gibt, desto mehr Regenwasser muss der Kanal auf einmal aufnehmen — besonders bei Starkregen kann das zum Problem werden.

Deshalb spielen versiegelte Flächen auch bei den Gebühren eine Rolle. Weil von ihnen Regenwasser in den öffentlichen Kanal gelangt, fällt für sie die Niederschlagswassergebühr an. Ihre Höhe richtet sich danach, wie groß die bebauten und versiegelten Flächen auf einem Grundstück sind.

Für Sie bedeutet das: Sie haben es selbst in der Hand. Wer Flächen entsiegelt — etwa Pflaster durch Beete, Rasen oder wasserdurchlässige Beläge ersetzt — sorgt dafür, dass Regenwasser wieder im Boden versickert. Das entlastet die Kanalisation, ist gut für die Umwelt und kann Ihre Niederschlagswassergebühr senken.

Als Entwässerungsbetrieb für Lüdenscheid und Herscheid setzen wir genau hier an: Gemeinsam mit Ihnen möchten wir dafür sorgen, dass Regen möglichst dort bleibt, wo er fällt — ganz nach dem Vorbild einer Schwammstadt.

W
Wasserkreislauf

Der Wasserkreislauf beschreibt den ewigen Weg, den das Wasser auf der Erde immer wieder zurücklegt. Wasser verschwindet nie wirklich — es wechselt nur seinen Ort und seine Form. Aus Meeren, Flüssen und Böden verdunstet es, steigt als unsichtbarer Wasserdampf auf, bildet Wolken und fällt als Regen oder Schnee wieder zur Erde. Dort versickert es im Boden, wird zu Grundwasser, fließt in Bäche und Flüsse und macht sich von Neuem auf den Weg. Dieser Kreislauf läuft seit jeher, ganz ohne Anfang und Ende.

Auch das Wasser, das wir Menschen nutzen, ist Teil dieses Kreislaufs. Sauberes Frischwasser kommt aus der Leitung zu Ihnen nach Hause. Sobald Sie es benutzt haben, wird daraus Abwasser, das durch den Abfluss verschwindet — aber eben nicht verloren ist. Es ist auch als schmutziges Wasser noch genauso wertvoll und gehört zurück in den Kreislauf.

Genau hier setzt unsere Arbeit an. Was bei Ihnen im Abfluss oder im Gulli verschwindet, leiten wir durch die Kanalisation zur Kläranlage. Dort wird es gereinigt und anschließend in Flüsse und Bäche zurückgeführt — zurück in den natürlichen Kreislauf, aus dem es kam. So bleibt jeder Tropfen nutzbar, für die Natur und für die Menschen nach uns.

Als SELH verstehen wir uns als Bindeglied in diesem Kreislauf. Für Lüdenscheid und Herscheid sorgen wir dafür, dass Regen- und Abwasser sicher und sauber zurückgeführt werden. Das ist eine der ältesten Aufgaben der Menschheit — und zugleich die Grundlage für unser großes Ziel: sauberes Wasser. Immer. Für alle.

GLOSSAR

Hier finden Sie Erklärungen zu wichtigen Begriffen rund um ...

A

Über uns

Anstalt öffentlichen Rechts

"Eine Anstalt des öffentlichen Rechts – oft mit „AöR"" abgekürzt – ist eine besondere Organisationsform für öffentliche Aufgaben. Vereinfacht gesagt ist sie ein rechtlich selbstständiges Unternehmen, das eine bestimmte Aufgabe für die Allgemeinheit erfüllt und dabei eigenverantwortlich handelt. Sie steht damit zwischen zwei Welten: Sie ist kein privates Unternehmen, das Gewinn erwirtschaften will, aber auch keine gewöhnliche Behörde innerhalb der Stadtverwaltung.

Der Begriff besteht aus zwei Teilen. „Anstalt"" meint hier eine Einrichtung, die dauerhaft eine öffentliche Aufgabe übernimmt. „Öffentliches Recht"" bedeutet, dass sie auf gesetzlicher Grundlage im Auftrag der Allgemeinheit tätig ist – nicht auf Basis privater Geschäftsinteressen. Getragen wird eine solche Anstalt von einer oder mehreren Kommunen.

Der praktische Vorteil dieser Form liegt in der Selbstständigkeit. Eine AöR kann ihre Aufgabe flexibel und eigenverantwortlich erfüllen, mit eigener Leitung und eigenem Haushalt, bleibt aber fest in öffentlicher Hand und einer öffentlichen Kontrolle unterstellt. So verbindet sie unternehmerische Handlungsfähigkeit mit dem Auftrag, im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu handeln.

Für Sie bedeutet das vor allem eines: Hinter der SELH steht kein Konzern, der Gewinne an Eigentümer ausschüttet. Wir arbeiten kostendeckend – jeder Euro fließt zurück in sauberes Wasser für Lüdenscheid und Herscheid."

C

Über uns

Cloaca Maxima

"Die Cloaca Maxima ist eines der ältesten und bekanntesten Abwassersysteme der Geschichte – ein großer Kanal, den die alten Römer schon vor über 2000 Jahren im antiken Rom bauten. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „größter Abzugskanal"". Man kann sie sich als eine Art Urahnin unserer heutigen Kanalisation vorstellen.

Ursprünglich wurde sie angelegt, um sumpfiges Gelände trockenzulegen und Regenwasser aus der Stadt abzuleiten. Später diente sie zunehmend dazu, auch das Schmutzwasser Roms abzuführen. Das Wasser wurde durch einen großen, überwölbten Kanal gesammelt und aus der Stadt hinaus in den Fluss geleitet. Für die damalige Zeit war das eine bemerkenswerte technische Leistung – ein durchdachtes Bauwerk, das über viele Jahrhunderte in Betrieb blieb. Teile davon existieren noch heute.

Bemerkenswert ist vor allem, wie alt der Grundgedanke dahinter ist. Schon lange vor den Römern verlegten frühe Hochkulturen wie die Indus-Zivilisation Tonrohre, um Abwasser aus ihren Häusern abzuleiten. Die Idee, Wasser gezielt zu sammeln und wegzuführen, um sauber und sicher zusammenzuleben, ist über 4000 Jahre alt. Sie gehört damit zu den ältesten Themen der Menschheit überhaupt.

Warum das für uns eine Rolle spielt? Weil es zeigt, wie sehr geordnete Entwässerung und ein funktionierendes Zusammenleben zusammengehören – damals wie heute. Die Kanalisation in Lüdenscheid ist natürlich längst nicht so alt: Aufzeichnungen verraten, dass ihr Bau in den 1890er Jahren begann. Doch das Ziel ist dasselbe geblieben wie zu Zeiten der Cloaca Maxima – eine sichere Lebensgrundlage in einer modernen Zivilisation.

Der Grundgedanke ist also uralt. Unsere Antworten darauf sind es nicht: Als kommunaler Entwässerungsbetrieb hinterfragen wir uns immer wieder selbst, um Schritt für Schritt besser zu werden."

D

Abwasser

Dränwasser

Dränwasser ist Wasser, das mit Rohren oder Rinnen gezielt aus dem Boden abgeleitet wird, um ihn trockenzuhalten. Rund um Häuser werden dafür oft sogenannte Drainagen verlegt: durchlöcherte Rohre im Erdreich, die überschüssiges Wasser aus dem Boden aufnehmen und wegführen. Auf diese Weise sammelt sich das Wasser nicht am Mauerwerk und drückt nicht gegen Keller oder Fundament.

Man findet Dränwasser typischerweise dort, wo der Boden feucht ist oder sich Wasser stauen könnte. Etwa entlang von Kellerwänden, unter Gebäuden oder auf landwirtschaftlichen Flächen. Es handelt sich also nicht um Schmutzwasser aus Küche und Bad und auch nicht um Regenwasser, das vom Dach läuft, sondern um Wasser, das im Erdreich vorhanden ist und dort gezielt abgefangen wird.

Wichtig ist, wohin dieses Wasser darf und wohin nicht. Dränwasser gehört nicht in eine Kleinkläranlage. Solche Anlagen sind für häusliches Abwasser gedacht, also für das, was in Küche, Bad und Toilette anfällt. Leitet man zusätzlich Dränwasser, Regenwasser oder Wasser aus einem Schwimmbecken hinein, wird die Anlage mit Wassermengen überlastet, die sie gar nicht reinigen soll. Das stört den Reinigungsprozess und kann die Anlage schädigen.

Auch in den öffentlichen Schmutzwasserkanal gehört Dränwasser in der Regel nicht, denn auch dort würde es die Kanäle und die spätere Reinigung unnötig belasten. Wohin es stattdessen abgeleitet werden darf, hängt vom Einzelfall ab und ist mit den zuständigen Stellen abzustimmen.

Wenn Sie in Lüdenscheid oder Herscheid ein Grundstück mit Kleinkläranlage haben oder unsicher sind, wie Sie mit Dränwasser umgehen dürfen, sprechen Sie uns gern an. Wir helfen Ihnen weiter, damit jedes Wasser den richtigen Weg nimmt.

E

Hochwasser

Elementarschadenversicherung

Eine Elementarschadenversicherung ist eine Versicherung, die Schäden durch Naturereignisse abdeckt — sogenannte Elementarschäden. Dazu zählen etwa Überschwemmung, Rückstau nach Starkregen, Hochwasser, aber auch Schneedruck oder Erdrutsch.

Wichtig ist der Unterschied zu den üblichen Versicherungen. Eine normale Wohngebäude- oder Hausratversicherung deckt Schäden durch Naturereignisse wie Überschwemmung oder Rückstau meist nicht ab. Wer sich dagegen absichern möchte, braucht in der Regel eine zusätzliche Elementarschadenversicherung, oft als Erweiterung der bestehenden Verträge.

Ob und zu welchen Konditionen ein Gebäude versicherbar ist, hängt von der Lage und dem konkreten Risiko ab. Für ein Haus in einem besonders gefährdeten Gebiet können die Bedingungen anders ausfallen als für ein Haus in sicherer Lage. Auskunft dazu geben die Versicherer selbst sowie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

F

Über uns

Frischwasser

Frischwasser ist sauberes Wasser in Trinkwasserqualität, das bei Ihnen zu Hause aus dem Hahn kommt. Sie nutzen es zum Trinken und Kochen, zum Duschen und Waschen, zum Putzen oder für die Toilettenspülung.

Wichtig ist der Unterschied zum Abwasser: Frischwasser ist das Wasser, das in Ihr Haus hineinfließt. Sobald Sie es benutzt haben, wird daraus Abwasser, das durch den Abfluss wieder hinausfließt — zu uns in den Kanal und von dort zur Reinigung.

Genau dieser Zusammenhang erklärt, warum Frischwasser auch für Ihre Gebühren wichtig ist. Bei der Schmutzwassergebühr gilt eine einfache Faustregel: Das Wasser, das Sie aus der Leitung entnehmen, muss anschließend ja auch wieder abfließen und gereinigt werden. Deshalb richtet sich die Höhe der Schmutzwassergebühr nach Ihrem Frischwasserverbrauch. Je mehr Frischwasser Sie verbrauchen, desto mehr fließt in der Regel auch wieder in den Kanal zurück.

Es gibt aber Ausnahmen: Wasser, das Sie zwar entnehmen, aber nicht in den Kanal geben. Zum Beispiel Wasser, das Sie zum Gießen im Garten verwenden. Es fließt nicht im Abfluss ab, sondern versickert im Boden. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie dieses Wasser von der Schmutzwassergebühr abziehen lassen. Dafür weisen Sie die Menge über einen geeichten Gartenwasserzähler nach. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Um das Frischwasser — also die Lieferung Ihres Trinkwassers — kümmern sich in unserer Region die Stadtwerke Lüdenscheid. Wir als SELH sind für den Weg danach zuständig: dafür, dass Ihr Abwasser sicher abfließt und gereinigt wieder in den Wasserkreislauf gelangt.

G

Über uns

Gruppenkläranlage

Eine Gruppenkläranlage ist eine kleinere Kläranlage, die das Abwasser für eine Gruppe von Grundstücken gemeinsam reinigt. Der Name sagt es bereits: Nicht ein einzelnes Haus, sondern eine ganze Gruppe ist an sie angeschlossen. Etwa eine kleine Siedlung, ein abgelegener Ortsteil oder mehrere benachbarte Anwesen.

Nötig wird sie überall dort, wo sich ein Anschluss an das große, zentrale Kanalnetz nicht lohnt oder technisch kaum machbar ist – meist in abgelegenen Lagen, weit weg vom nächsten großen Kanal. Statt das Abwasser über weite Strecken zu einer zentralen Anlage zu leiten, wird es direkt vor Ort gereinigt. Das Prinzip ist dabei dasselbe wie bei den großen Anlagen: Dem Wasser wird Schritt für Schritt der Schmutz entzogen, sodass es am Ende sauber in ein Gewässer zurückkehren kann.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Auch einzelne Häuser und kleine Ortslagen abseits der Stadt müssen ihr Abwasser nicht ungeklärt loswerden. So wird schmutziges Wasser wirklich überall wieder zu sauberem – nicht nur dort, wo viele Menschen nah beieinander wohnen.

In Lüdenscheid und Herscheid betreiben wir mehrere solcher Gruppenkläranlagen an genau solchen Standorten. Sie sind ein wichtiger Baustein dafür, dass sauberes Wasser in unserer gesamten Region gelingt – bis in die letzte Ecke.

H

Abwasser

Hausanschluss

Der Hausanschluss ist die Verbindung, über die Ihr Haus an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen ist. Er ist die Stelle, an der das Abwasser Ihres Grundstücks in die öffentliche Kanalisation übergeht. Alles, was in Küche, Bad und Toilette im Abfluss verschwindet, beginnt hier seine Reise: vom Haus über den Hausanschluss in den öffentlichen Kanal und von dort weiter zur Reinigung.

Zum Hausanschluss gehört die sogenannte Anschlussleitung. Das ist das Rohr, das Ihr Abwasser von Ihrem Grundstück bis zum öffentlichen Kanal führt. Erst danach übernimmt das öffentliche Netz — also die SELH.

Wichtig ist die Frage, wer wofür verantwortlich ist. Die Anschlussleitung von Ihrem Grundstück bis zum öffentlichen Kanal gehört Ihnen. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie deshalb für Bau, Wartung und Instandhaltung dieses Teils zuständig. Das gilt auch dann, wenn Ihre Leitung erst hinter der Grundstücksgrenze auf den öffentlichen Kanal trifft. Erst ab dem öffentlichen Kanal sind wir als SELH zuständig.

Deshalb lohnt es sich, den eigenen Hausanschluss im Blick zu behalten. Eine dichte, intakte Leitung schützt vor Verstopfungen, vor eindringenden Baumwurzeln und davor, dass Ratten einen Schlupfwinkel finden. Wenn ein neuer Anschluss verlegt oder ein bestehender stillgelegt werden soll, etwa bei einem Neubau oder vor einem Abriss, ist dafür ein Antrag nötig.

Hebeanlage mit Rückstauschleife

Eine Hebeanlage mit Rückstauschleife ist eine besonders sichere Art, tief liegende Räume vor Rückstau aus dem Kanal zu schützen. Um sie zu verstehen, hilft ein Blick auf das Problem dahinter: Bei Starkregen kann der Wasserstand im öffentlichen Kanal ansteigen — bis zur sogenannten Rückstauebene, die in der Regel auf Höhe der Straße vor Ihrem Haus liegt. Alle Räume und Abläufe unterhalb dieser Höhe, meist im Keller, sind dann gefährdet: Das Wasser könnte durch die Leitung zurück ins Haus drücken.

Die Hebeanlage löst das mit zwei Bauteilen. Die Hebeanlage selbst ist im Grunde eine Pumpe: Sie sammelt das Abwasser aus den tief liegenden Räumen und hebt es nach oben in den Kanal — denn Abwasser kann nicht von allein bergauf fließen. Die Rückstauschleife ist eine Schlaufe in der Leitung, die bewusst über die Rückstauebene hinaufgeführt wird. Weil das Wasser aus dem Kanal diese Höhe nicht überwinden kann, hat es keine Möglichkeit mehr, zurück ins Haus zu gelangen.

Der große Vorteil: Diese Lösung schützt auch dann zuverlässig, wenn Räume dauerhaft entwässern müssen — etwa eine Waschküche oder ein Bad im Keller, das ständig in Benutzung ist. Ein einfacher Rückstauverschluss würde in solchen Fällen nicht genügen, weil er die Leitung im Ernstfall verschließt und das Abwasser dann nicht mehr abfließen könnte.

Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie nach unserer Entwässerungssatzung verpflichtet, Ihr Haus gegen Rückstau zu sichern. Welche Lösung die richtige ist, hängt von Ihrer Situation ab. Wir empfehlen Ihnen, den Verlauf und Zustand Ihrer Leitungen vorab von einer Fachfirma prüfen zu lassen — und die Anlage danach regelmäßig zu warten, damit sie im Ernstfall zuverlässig funktioniert.

K

Abwasser

Kläranlage

Eine Kläranlage ist der Ort, an dem Abwasser gereinigt wird, bevor es zurück in die Natur gelangt. Alles, was bei Ihnen im Abfluss verschwindet, fließt durch die Kanalisation dorthin. In der Kläranlage wird dem Wasser Schritt für Schritt der Schmutz entzogen, sodass am Ende sauberes Wasser übrig bleibt. Das saubere Wasser wird dann wieder in Flüsse und Bäche eingeleitet.

Die Reinigung läuft dabei in mehreren Stufen ab. Zuerst werden grobe Bestandteile zurückgehalten und feste Stoffe setzen sich ab. Danach übernehmen winzige Lebewesen — vor allem Bakterien — die eigentliche Arbeit: Sie bauen die gelösten Schmutzstoffe im Wasser ab, ganz auf natürlichem Weg. In weiteren Schritten werden zusätzliche Stoffe entfernt, bevor das gereinigte Wasser die Anlage verlässt. Der zurückbleibende Schlamm wird gesondert entsorgt.

Wichtig zu wissen: Eine Kläranlage kann viel, aber nicht alles. Manche Stoffe lassen sich nur teilweise herausfiltern. Medikamentenreste zum Beispiel. Deshalb gehören solche Dinge in den Restmüll, nicht in die Toilette. Was gar nicht erst ins Abwasser gelangt, muss auch nicht mühsam wieder herausgeholt werden.

In unserer Region teilt sich die Arbeit auf. Die großen öffentlichen Kläranlagen in Lüdenscheid werden vom Ruhrverband betrieben — einem engen Partner von uns. Von Ihren Entwässerungsgebühren führen wir deshalb Beiträge an den Ruhrverband ab, der die weitergehende Reinigung übernimmt.

Nicht überall reicht ein großer Kanal bis zur nächsten Anlage. Dort, wo das nicht der Fall ist, reinigen wir das Abwasser vor Ort. In kleineren Anlagen, damit schmutziges Wasser wirklich überall wieder zu sauberem wird, nicht nur in der Stadt.

So oder so gilt dasselbe Ziel: Jeder Tropfen soll gereinigt und dem natürlichen Wasserkreislauf zurückgegeben werden — für sauberes Wasser in Lüdenscheid und Herscheid.

Abwasser

Kanalisation

Die Kanalisation ist das unterirdische Netz aus Rohren und Kanälen, das Abwasser sammelt und abtransportiert. Sie beginnt an Ihrem Haus und zieht sich unter Straßen und Wegen hindurch bis zu den Kläranlagen, in denen das Wasser gereinigt wird. Das meiste davon bekommt man nie zu sehen — und genau so soll es sein: Die Kanalisation arbeitet unbemerkt, rund um die Uhr.

Durch die Kanalisation fließen zwei Arten von Wasser. Zum einen das Schmutzwasser aus Küche, Bad und Toilette. Zum anderen das Regenwasser, das von versiegelten Flächen wie Dächern und Einfahrten abläuft und nicht im Boden versickern kann. Beides wird über die Kanäle sicher abgeleitet, damit Keller nicht volllaufen, Straßen nicht überschwemmt werden und das Schmutzwasser dorthin gelangt, wo es gereinigt werden kann.

Unser Betriebsleiter ist sich sicher: „Ohne Kanalisation wären Seuchen noch heute unser größtes Problem." Denn würde das Abwasser oberirdisch abgeführt oder ungereinigt in Bäche und Flüsse fließen, wäre das nicht nur unangenehm, sondern auch sehr unhygienisch.

Damit die Kanalisation zuverlässig funktioniert, wird alles sorgfältig geplant, gebaut, geprüft und instand gehalten. Verstopfungen, undichte Stellen oder hereinwachsende Baumwurzeln können den Betrieb stören, deshalb ist es wichtig, dass nur das ins Abwasser gelangt, was dort auch hingehört. Was ins Abwasser darf, erfahren Sie hier.

Ein Teil der Kanalisation liegt übrigens in Ihrer Verantwortung: Die Anschlussleitung (Hausanschluss) von Ihrem Grundstück bis zum öffentlichen Kanal gehört Ihnen. Erst ab dem öffentlichen Kanal übernehmen wir.

In Lüdenscheid und Herscheid betreiben wir als SELH ein Kanalnetz von rund 334,5 Kilometern Länge — ein Weg, der weiter reicht, als man zunächst vermuten würde. Fast jedes Grundstück in Lüdenscheid und Herscheid ist daran angeschlossen. Die Idee dahinter ist uralt: In Lüdenscheid begann der Bau der Kanalisation bereits in den 1890er Jahren. Das Ziel ist bis heute dasselbe geblieben — eine sichere und saubere Lebensgrundlage für alle.

N

Gebühren, Abwasser

Niederschlagswasser

Als Niederschlagswasser gilt all das Wasser, was vom Himmel fällt: Regen, (geschmolzener) Schnee, Hagel. Im Alltag sagt man meist einfach Regenwasser. Sobald dieses Wasser auf ein Grundstück trifft, wird es für die Entwässerung wichtig, denn es muss schießlich irgendwohin.

Dabei gibt es zwei Wege. Fällt das Wasser auf unbebaute, durchlässige Flächen wie Beete, Rasen oder Schotter, versickert es einfach im Boden. Pflanzen nehmen es auf, oder es wird zu Grundwasser. Fällt es dagegen auf bebaute oder versiegelte Flächen — etwa Dächer, Terrassen oder gepflasterte Einfahrten —, kann es nicht versickern. Stattdessen läuft es ab und gelangt in die Kanalisation.

Genau dieses abfließende Niederschlagswasser ist unsere Aufgabe: Wir leiten es sicher ab und puffern große Mengen bei Starkregen in Rückhaltebecken, damit es nicht zu Rückstau oder Überflutungen kommt.

Weil Niederschlagswasser von versiegelten Flächen in den öffentlichen Kanal gelangt, fällt dafür die Niederschlagswassergebühr an. Ihre Höhe richtet sich danach, wie groß die bebauten und versiegelten Flächen auf Ihrem Grundstück sind — nicht nach der Regenmenge, denn die kann niemand beeinflussen.

Für Sie bedeutet das: Sie haben Einfluss auf diese Gebühr. Je weniger Niederschlagswasser von Ihrem Grundstück in den Kanal läuft, desto geringer fällt sie aus. Das gelingt zum Beispiel durch das Entsiegeln von Flächen oder das Auffangen von Regen in einer Regentonne oder Zisterne.

R

verschiedene

Regenrückhaltebecken

Ein Regenrückhaltebecken ist ein Speicher, der bei starkem Regen große Wassermengen auffängt und langsam wieder abgibt. Der Name erklärt die Aufgabe treffend: Es hält den Regen zunächst zurück, statt ihn auf einmal weiterfließen zu lassen.

Der Grund: Fällt bei Starkregen in kurzer Zeit sehr viel Wasser, können Kanäle und Bäche es nicht schnell genug abführen. Es droht Rückstau oder Überflutung. Das Regenrückhaltebecken wirkt hier wie ein Puffer: Es nimmt die Wassermassen auf, wenn sie am größten sind, und lässt sie erst nach und nach ab, wenn die Leitungen wieder Luft haben. So werden die Spitzen abgefangen, bevor sie Schaden anrichten.

Viele dieser Becken sind so in die Landschaft eingebettet, dass man sie kaum als technische Anlage wahrnimmt. Oft sind sie begrünt und die meiste Zeit gar nicht oder nur teilweise mit Wasser gefüllt. Gut möglich, dass Sie schon an einem vorbeigekommen sind oder eines in Ihrer Nachbarschaft haben, ohne es zu wissen.

In Lüdenscheid und Herscheid betreiben wir mehrere solcher Becken. Sie sind ein wichtiger Baustein unseres Hochwasserschutzes — Vorsorge, die man erst bemerkt, wenn sie einmal fehlt.

Manche unserer Becken haben nebenbei noch einen zweiten Nutzen: Auf den begrünten Flächen grasen Schafe, und Wildblumen blühen für Insekten. So verbinden wir sichere Entwässerung mit einem kleinen Beitrag für die Natur.

Als SELH prüfen und pflegen wir diese Anlagen regelmäßig, damit sie im Ernstfall zuverlässig funktionieren. Denn guter Hochwasserschutz beginnt lange vor dem nächsten Starkregen — daran arbeiten wir kontinuierlich, gemeinsam mit Ihnen und im Ernstfall mit der Feuerwehr.

Hochwasser

Rückstau

Von Rückstau spricht man, wenn Abwasser nicht mehr abfließt, sondern sich in der Leitung staut und zurückdrückt, im ungünstigsten Fall sogar bis zurück ins Haus. Normalerweise fließt Ihr Abwasser vom Grundstück in den öffentlichen Kanal und von dort weiter zur Reinigung. Bei Rückstau kehrt sich dieser Weg um: Das Wasser nimmt den Rückweg und kann dort austreten, wo es niemand haben möchte — etwa aus Toiletten, Waschbecken oder Bodenabläufen im Keller.

Die häufigste Ursache ist Starkregen. Fällt in kurzer Zeit sehr viel Regen, kann der Wasserstand im öffentlichen Kanal stark ansteigen. Der Kanal ist dann randvoll und kann das Wasser nicht schnell genug abführen. Es staut sich zurück — bis zur sogenannten Rückstauebene, die in der Regel auf Höhe der Straße vor Ihrem Haus liegt. Alle Räume und Abläufe unterhalb dieser Höhe, meist im Keller, sind dann gefährdet.

Wichtig zu wissen: Der Schutz vor Rückstau liegt in Ihrer Verantwortung. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie nach unserer Entwässerungssatzung verpflichtet, tiefer liegende Räume gegen Rückstau zu sichern. Je nach Nutzung geschieht das mit einem Rückstauverschluss oder mit einer Hebeanlage mit Rückstauschleife. Und eine solche Sicherung schützt nur dann zuverlässig, wenn sie regelmäßig gewartet wird.

Neben dem Starkregen können auch verstopfte oder beschädigte Leitungen zu Rückstau führen — etwa durch eingewachsene Baumwurzeln oder durch Dinge im Abwasser, die dort nicht hineingehören. Auch deshalb lohnt es sich, die eigene Anschlussleitung in gutem Zustand zu halten.

Regenwasser

Rigole

Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicher für Regenwasser. Man kann sie sich wie einen Hohlraum unter der Erde vorstellen, der mit grobem Kies oder mit speziellen Kunststoffkörpern gefüllt ist. Fällt Regen auf Dächer, Wege oder Höfe, wird er dorthin geleitet, statt sofort in den Kanal zu fließen. In der Rigole sammelt sich das Wasser in den vielen kleinen Zwischenräumen und versickert von dort nach und nach in den Boden.

Der Vorteil: Die Rigole wirkt wie ein Puffer. Bei Starkregen nimmt sie große Wassermengen auf einmal auf und gibt sie langsam wieder ab. So wird die Kanalisation entlastet und das Risiko von Überflutungen sinkt. Gleichzeitig bleibt das Regenwasser vor Ort und füllt das Grundwasser wieder auf, anstatt einfach abgeleitet zu werden. Eine Rigole ist damit ein typischer Baustein einer wassersensiblen, „schwammartigen" Stadt.

Rigolen gibt es in verschiedenen Größen — von kleinen Anlagen im privaten Garten bis zu großen Systemen im öffentlichen Raum.

Auch in Lüdenscheid setzen wir auf diese Technik: An der Kluser Straße speichern unterirdische Rigolen das Regenwasser und geben es in trockenen Zeiten wieder ab. So haben die Stadtbäume dort auch in heißen, regenarmen Sommern genug Wasser und halten besser durch. Für uns ist das ein gutes Beispiel dafür, wie sich Regenwasser sinnvoll nutzen lässt, statt es nur schnell wegzuleiten.

Gebühren, Abwasser

Rollierendes Verfahren

Das rollierende Verfahren ist eine Methode, um Gebühren nicht für alle Haushalte auf einmal, sondern nach und nach übers Jahr verteilt abzurechnen. „Rollierend" bedeutet dabei so viel wie „der Reihe nach durchrollend": Nicht alle Haushalte bekommen ihren Bescheid am selben Stichtag, sondern immer eine Gruppe nach der anderen.

Damit das funktioniert, wird das Gebiet in mehrere Bereiche aufgeteilt, sogenannte Abrechnungsbezirke. Diese Bezirke kommen über das Jahr verteilt nacheinander an die Reihe. Ist Ihr Bezirk dran, erstellen wir Ihre Abrechnung und senden sie Ihnen per Post zu. Danach folgt der nächste Bezirk, und so geht es weiter, bis am Ende alle abgerechnet sind.

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt vor allem in einem gleichmäßigen Ablauf: Die Arbeit verteilt sich über das ganze Jahr, statt sich zu einem einzigen Zeitpunkt zu bündeln. Das macht die Abrechnung zuverlässiger und weniger fehleranfällig und sorgt dafür, dass wir effizienter arbeiten können.

Sie müssen also nichts weiter tun und auch nicht selbst aktiv werden. Sobald Ihr Abrechnungsbezirk an der Reihe ist, erhalten Sie Ihren Bescheid ganz automatisch.

Übrigens: Ihren Entwässerungsgebührenbescheid bekommen Sie nicht separat, sondern gebündelt mit der Verbrauchsabrechnung der Stadtwerke Lüdenscheid — also alles in einem Schreiben.

Rückstausicherung

Eine Rückstausicherung schützt Ihr Haus davor, dass Abwasser aus dem Kanal zurück ins Gebäude gelangt. Um zu verstehen, wozu sie dient, hilft ein Blick auf das Problem: Bei Starkregen kann der Wasserstand im öffentlichen Kanal stark ansteigen — bis zur sogenannten Rückstauebene, die in der Regel auf Höhe der Straße vor Ihrem Haus liegt. Alle Räume und Abläufe unterhalb dieser Höhe, meist im Keller, sind dann gefährdet: Das Wasser kann durch die Leitungen zurückdrücken und dort austreten, wo es niemand haben möchte. Zum Beispiel aus Toiletten, Waschbecken oder Bodenabläufen.

Eine Rückstausicherung verhindert genau das. „Rückstausicherung" ist dabei der Oberbegriff für verschiedene technische Lösungen. Welche die richtige ist, hängt davon ab, wie der betroffene Raum genutzt wird. Für tiefer liegende Räume, die nicht dauerhaft auf Entwässerung angewiesen sind, genügt oft ein Rückstauverschluss: eine Klappe, die sich bei Rückstau schließt und die Leitung dicht macht. Für Bereiche, die dauerhaft entwässern müssen (z.B. eine Waschküche im Keller), ist eine Hebeanlage mit Rückstauschleife der sichere Weg. Sie pumpt das Abwasser über die Rückstauebene hinweg in den Kanal.

Wichtig zu wissen: Eine Rückstausicherung ist keine freiwillige Zusatzausstattung. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie nach unserer Entwässerungssatzung verpflichtet, eine geeignete Sicherung einzubauen. Und sie schützt nur dann zuverlässig, wenn sie regelmäßig gewartet wird. Eine verklemmte oder verschmutzte Klappe kann im Ernstfall versagen.

Wir empfehlen Ihnen, den Verlauf und Zustand Ihrer Leitungen vorab von einer Fachfirma prüfen zu lassen. So finden Sie heraus, welche Räume unterhalb der Rückstauebene liegen und welche Lösung für Ihr Haus in Lüdenscheid oder Herscheid die passende ist.

Für Bürgerinnen & Bürger > Hochwasser

Rückstauebene

Die Rückstauebene ist die Höhe, bis zu der das Wasser im Kanal im Ernstfall ansteigen und zurückdrücken kann. Der Begriff klingt technisch, meint aber etwas ganz Anschauliches: eine gedachte waagerechte Linie, die anzeigt, wie hoch Abwasser aus dem öffentlichen Kanal maximal steigen könnte, wenn es zu Rückstau kommt.

In aller Regel liegt diese Linie auf Höhe der Straße vor Ihrem Haus. Der Grund dafür ist einfach: Steigt das Wasser im Kanal bei Starkregen an, kann es an der niedrigsten offenen Stelle austreten. Das ist meist die Straßenoberfläche, etwa über einen Gully. Bis zu dieser Höhe kann sich das Wasser also aufstauen.

Wichtig wird die Rückstauebene, wenn Sie herausfinden möchten, welche Räume in Ihrem Haus gefährdet sind. Die Faustregel lautet: Alles, was unterhalb der Rückstauebene liegt, ist bedroht. Typischerweise sind das Kellerräume mit Toiletten, Waschbecken oder Bodenabläufen. Aus diesen Abläufen könnte bei Rückstau Wasser ins Haus drücken. Räume oberhalb dieser Linie sind dagegen nicht durch Rückstau aus dem Kanal gefährdet.

Deshalb ist die Rückstauebene der Ausgangspunkt für den richtigen Schutz. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie nach unserer Entwässerungssatzung verpflichtet, tiefer liegende Räume gegen Rückstau zu sichern. Je nach Nutzung mit einem Rückstauverschluss oder einer Hebeanlage mit Rückstauschleife. Der erste Schritt ist immer, zu prüfen, welche Räume und Abläufe überhaupt unterhalb der Rückstauebene liegen.

Wenn Sie unsicher sind, wo diese Höhe bei Ihrem Grundstück in Lüdenscheid oder Herscheid genau verläuft, hilft Ihnen eine Fachfirma weiter. Sie kann den Verlauf und Zustand Ihrer Leitungen prüfen und Sie zur passenden Sicherung beraten.

Rückstauverschluss

Ein Rückstauverschluss ist ein Bauteil, das verhindert, dass Abwasser aus dem Kanal zurück ins Haus fließt. Man kann ihn sich wie eine Klappe in der Abwasserleitung vorstellen: Im normalen Betrieb ist sie geöffnet, damit Ihr Abwasser wie gewohnt abfließen kann. Steigt das Wasser im Kanal aber an, etwa bei Starkregen, und droht zurückzudrücken, schließt sich die Klappe und macht die Leitung dicht. So bleibt das Wasser dort, wo es hingehört, und gelangt nicht in Ihren Keller.

Trägt der Rückstauverschluss den Zusatz „nach DIN EN 13564", verweist das auf eine technische Norm. Eine Norm ist eine Art Qualitäts- und Sicherheitsstandard: Sie legt fest, welche Anforderungen ein Rückstauverschluss erfüllen muss, damit er zuverlässig funktioniert. Kaufen Sie ein Bauteil, das dieser Norm entspricht, können Sie sicher sein, dass es geprüften Regeln genügt und für den Einsatz geeignet ist. Die Angabe hat also vor allem einen praktischen Nutzen für Sie — Sie erkennen daran das richtige, sichere Produkt.

Ein Rückstauverschluss eignet sich vor allem für tiefer liegende Räume, die nicht dauerhaft auf Entwässerung angewiesen sind. Für Bereiche, die ständig entwässern müssen (z. B. Waschküche oder Bad im Keller), ist dagegen eine Hebeanlage mit Rückstauschleife der sichere Weg, weil ein geschlossener Verschluss das Abwasser dort sonst zurückhalten würde.

Wichtig ist außerdem die Wartung: Nur ein regelmäßig geprüfter Verschluss schließt im Ernstfall zuverlässig. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie in Lüdenscheid und Herscheid nach unserer Entwässerungssatzung ohnehin verpflichtet, Ihr Haus gegen Rückstau zu sichern. Wir empfehlen Ihnen, den Zustand Ihrer Leitungen vorab von einer Fachfirma prüfen zu lassen.

S

Regenwasser

Schwammstadt

Die Schwammstadt ist ein Leitbild dafür, wie eine Stadt mit Regen umgehen kann. Die Idee steckt schon im Namen: Eine Stadt soll Regenwasser aufsaugen und speichern wie ein Schwamm, statt es nur möglichst schnell in die Kanäle abzuleiten. Bei Bedarf gibt sie das Wasser später wieder ab — an Pflanzen, an den Boden, an die Luft.

Der Hintergrund ist ein doppeltes Problem, das durch den Klimawandel zunimmt. Auf der einen Seite gibt es immer häufiger Starkregen, bei dem in kurzer Zeit riesige Wassermengen fallen und Kanäle überlasten. Auf der anderen Seite werden die Sommer heißer und trockener, sodass Bäume und Grünflächen unter Wassermangel leiden. Eine klassische, stark versiegelte Stadt verschärft beides: Der Regen läuft sofort ab, statt vor Ort gespeichert zu werden.

Die Schwammstadt setzt genau hier an. Unversiegelte Flächen, begrünte Dächer, Mulden, unterirdische Rigolen oder wasserdurchlässige Beläge nehmen den Regen dort auf, wo er fällt. Das entlastet bei Starkregen die Kanäle und beugt Überflutungen vor. In trockenen Zeiten steht das gespeicherte Wasser zur Verfügung, beispielsweise für die Bäume in der Stadt. So wird die Stadt widerstandsfähiger gegen zu viel und zu wenig Wasser.

Als Entwässerungsbetrieb sehen wir die Schwammstadt als wichtigen Teil unserer Aufgabe. In Lüdenscheid speichern zum Beispiel unterirdische Rigolen an der Kluser Straße das Regenwasser und geben es an die Stadtbäume ab.

Gelingen kann das aber nur gemeinsam mit Ihnen. Auch auf Ihrem Grundstück wirkt jede unversiegelte Fläche wie ein kleiner Schwamm: ein Beet statt Pflaster, eine Dachbegrünung auf dem Carport oder eine Regentonne am Fallrohr. Kleine Schritte mit großer Wirkung — gut für die Umwelt, und oft auch für Ihre Gebühren.

T

Über uns

Träger

Der Träger ist derjenige, der die Verantwortung für eine öffentliche Einrichtung übernimmt – man sagt auch, die Einrichtung steht „in seiner Trägerschaft". Man kennt den Begriff auch aus anderen Bereichen: Ein Kindergarten hat einen Träger, ein Krankenhaus oder eine Schule ebenso.

Wichtig ist dabei, was ein Träger ist und was nicht. Der Träger führt die Einrichtung nicht im Alltag selbst – dafür gibt es eine eigene Leitung. Er steht vielmehr dahinter: Er richtet die Einrichtung ein, gibt ihr den Auftrag und trägt die grundsätzliche Verantwortung dafür, dass sie besteht und ihre Aufgabe im Sinne der Allgemeinheit erfüllt. Bei öffentlichen Einrichtungen sind die Träger meist Kommunen, also Städte und Gemeinden.

Der Träger bestimmt außerdem mit, in welche Richtung sich eine Einrichtung entwickelt. Häufig ist er in einem Aufsichtsgremium vertreten, das die Arbeit begleitet und kontrolliert. So bleibt sichergestellt, dass die Einrichtung im öffentlichen Interesse handelt und nicht eigene Wege geht.

Die SELH hat gleich zwei Träger: die Stadt Lüdenscheid und die Gemeinde Herscheid. Beide Kommunen tragen die SELH gemeinsam – deshalb steht das „H" für Herscheid auch fest im Namen. Das war nicht immer so: Erst seit dem 1. Januar 2019 gehen Lüdenscheid und Herscheid diesen gemeinsamen Weg. Mit dem Beitritt der Gemeinde Herscheid wurde aus der früheren SEL die SELH, wie es sie heute gibt – ein Betrieb für zwei Kommunen.

Dass beide Träger mitentscheiden, zeigt sich auch in unserem Verwaltungsrat: In diesem Aufsichtsgremium sind Lüdenscheid und Herscheid gemeinsam vertreten. So bleibt die SELH fest in der Hand ihrer beiden Kommunen – und damit in Ihrer.

V

Regenwasser

Versickerungspflaster

Versickerungspflaster ist ein wasserdurchlässiger Bodenbelag für Wege, Einfahrten oder Höfe. Anders als bei normalem Pflaster oder Asphalt kann Regenwasser hier direkt an Ort und Stelle in den Boden sickern, statt oberflächlich abzulaufen. Der Belag wirkt also eher wie ein Schwamm als wie eine Abdichtung.

Möglich machen das offene Zwischenräume: Manche Systeme haben breitere, mit Kies oder Splitt gefüllte Fugen zwischen den Steinen, durch die das Wasser hindurchsickert. Andere bestehen aus Steinen mit vielen kleinen Poren, die das Wasser selbst durchlassen. In beiden Fällen versickert der Regen zwischen oder durch die Steine, wird zu Grundwasser oder von Pflanzen aufgenommen.

Der Nutzen zeigt sich vor allem bei Regen. Weil das Wasser vor Ort im Boden bleibt, gelangt weniger davon in die Kanalisation. Das entlastet die Kanäle, senkt das Risiko von Überflutungen bei Starkregen und hilft, das Grundwasser aufzufüllen. Versickerungspflaster ist damit ein einfacher Baustein einer wassersensiblen, „schwammartigen" Stadt.

Für Sie kann sich das auch bei den Gebühren bemerkbar machen. Die Niederschlagswassergebühr richtet sich danach, wie groß Ihre versiegelten Flächen sind — also die Flächen, von denen Regenwasser in den Kanal läuft. Ersetzen Sie eine dicht versiegelte Fläche durch durchlässiges Versickerungspflaster, kann das Ihre gebührenpflichtige Fläche verringern. Wichtig ist dabei: Ob und in welchem Umfang eine Fläche als durchlässig anerkannt wird, hängt vom Einzelfall ab.

Gebühren

Versiegelte Flächen

Versiegelte Flächen sind Flächen, durch die kein Wasser mehr in den Boden dringen kann, weil sie mit einem wasserundurchlässigen Belag bedeckt sind. Typische Beispiele sind Hausdächer, asphaltierte oder gepflasterte Einfahrten, betonierte Höfe und Terrassen. Der Boden darunter ist sozusagen „versiegelt" — abgedichtet gegen Regen.

Der Unterschied zeigt sich, sobald es regnet: Auf einer Wiese, einem Beet oder einer Schotterfläche versickert das Regenwasser einfach im Boden. Pflanzen nehmen es auf, oder es wird zu Grundwasser. Auf einer versiegelten Fläche kann das nicht passieren. Das Wasser läuft oberflächlich ab und gelangt in die Kanalisation. Je mehr versiegelte Flächen es gibt, desto mehr Regenwasser muss der Kanal auf einmal aufnehmen — besonders bei Starkregen kann das zum Problem werden.

Deshalb spielen versiegelte Flächen auch bei den Gebühren eine Rolle. Weil von ihnen Regenwasser in den öffentlichen Kanal gelangt, fällt für sie die Niederschlagswassergebühr an. Ihre Höhe richtet sich danach, wie groß die bebauten und versiegelten Flächen auf einem Grundstück sind.

Für Sie bedeutet das: Sie haben es selbst in der Hand. Wer Flächen entsiegelt — etwa Pflaster durch Beete, Rasen oder wasserdurchlässige Beläge ersetzt — sorgt dafür, dass Regenwasser wieder im Boden versickert. Das entlastet die Kanalisation, ist gut für die Umwelt und kann Ihre Niederschlagswassergebühr senken.

Als Entwässerungsbetrieb für Lüdenscheid und Herscheid setzen wir genau hier an: Gemeinsam mit Ihnen möchten wir dafür sorgen, dass Regen möglichst dort bleibt, wo er fällt — ganz nach dem Vorbild einer Schwammstadt.

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Wasserkreislauf

Der Wasserkreislauf beschreibt den ewigen Weg, den das Wasser auf der Erde immer wieder zurücklegt. Wasser verschwindet nie wirklich — es wechselt nur seinen Ort und seine Form. Aus Meeren, Flüssen und Böden verdunstet es, steigt als unsichtbarer Wasserdampf auf, bildet Wolken und fällt als Regen oder Schnee wieder zur Erde. Dort versickert es im Boden, wird zu Grundwasser, fließt in Bäche und Flüsse und macht sich von Neuem auf den Weg. Dieser Kreislauf läuft seit jeher, ganz ohne Anfang und Ende.

Auch das Wasser, das wir Menschen nutzen, ist Teil dieses Kreislaufs. Sauberes Frischwasser kommt aus der Leitung zu Ihnen nach Hause. Sobald Sie es benutzt haben, wird daraus Abwasser, das durch den Abfluss verschwindet — aber eben nicht verloren ist. Es ist auch als schmutziges Wasser noch genauso wertvoll und gehört zurück in den Kreislauf.

Genau hier setzt unsere Arbeit an. Was bei Ihnen im Abfluss oder im Gulli verschwindet, leiten wir durch die Kanalisation zur Kläranlage. Dort wird es gereinigt und anschließend in Flüsse und Bäche zurückgeführt — zurück in den natürlichen Kreislauf, aus dem es kam. So bleibt jeder Tropfen nutzbar, für die Natur und für die Menschen nach uns.

Als SELH verstehen wir uns als Bindeglied in diesem Kreislauf. Für Lüdenscheid und Herscheid sorgen wir dafür, dass Regen- und Abwasser sicher und sauber zurückgeführt werden. Das ist eine der ältesten Aufgaben der Menschheit — und zugleich die Grundlage für unser großes Ziel: sauberes Wasser. Immer. Für alle.

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