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SELH

Hochwasser

Informationen zu Starkregen, Überflutung und Hochwasserschutz

Vorbereitet sein & schnell handeln

Wasser kann auf zwei Wegen zur Gefahr werden: wenn Bäche und Flüsse über die Ufer treten (Flusshochwasser) oder wenn Starkregen so heftig fällt, dass Kanäle und Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen. Solche urbanen Sturzfluten können auch überraschend auftreten und Grundstücke fernab von Gewässern überfluten.

Starkregen sind kurze, sehr intensive Niederschläge. Der 14. Juli 2021 brachte in Lüdenscheid rund 140 l/m² – statistisch ein mehr als „100-jähriger Regen". Fachleute gehen davon aus, dass solche Wetterlagen infolge des Klimawandels zunehmen. Umso wichtiger ist Vorsorge – bei uns und bei Ihnen.

Guter Hochwasserschutz gelingt nur gemeinsam: Wir sorgen für leistungsfähige Kanäle, Rückhaltebecken und gepflegte Gewässer. Sie sorgen dafür, dass Ihr Haus vorbereitet ist. Und im Ernstfall ist die Feuerwehr für Sie da. Wie das im Einzelnen aussieht, zeigen wir Ihnen hier im Folgenden.

Das Wichtigste kurz erklärt

01
Sind Sie gefährdet? 

Ob Ihr Grundstück gefährdet ist, lässt sich oft schon vorab einschätzen: Die HochwasserApp NRW und die Gefahrenkarten des Landes zeigen Risikogebiete, das Starkregenmodell des Märkischen Kreises liefert eine adressgenaue Einschätzung für Ihr Grundstück.

Zusätzlich entsteht im Kreisgebiet gerade ein digitales Frühwarnsystem, das Einsatzkräfte künftig frühzeitig vor gefährlichen Wasserständen warnt. Wie Sie Ihr Risiko in wenigen Schritten prüfen und welche Frühwarnsysteme es gibt, lesen Sie hier.

02
Sich selbst vor Rückstau und Überflutung  schützen 

Guter Schutz beginnt am eigenen Haus. Wasser kann von unten durch Rückstau aus dem Kanal eindringen oder von außen über Türen, Lichtschächte und Kellerfenster ins Haus gelangen. Eine Rückstausicherung, bauliche Barrieren und ein Blick auf Ihre Versicherung schaffen Sicherheit. Und wenn es doch einmal akut wird, zählt vor allem eines: Ruhe bewahren und die Feuerwehr rufen. Alle Schutzmaßnahmen, Versicherungsfragen und das richtige Verhalten im Notfall finden Sie im Detail hier.

03
Was die SELH für Ihren Schutz tut

Beim Hochwasserschutz sind mehrere Akteure gefragt: Im akuten Notfall helfen Feuerwehr und Katastrophenschutz. Die SELH setzt vor allem auf Vorsorge – mit leistungsfähigen Kanälen, Rückhaltebecken und gepflegten Gewässern in Lüdenscheid und Herscheid sowie einem wachsamen Blick auf die Leistungsfähigkeit unserer Kanäle. Welche Maßnahmen das im Einzelnen sind, lesen Sie hier.

Alle Hochwasser-Themen auf einen Blick

Höhe der Gebührensätze in Lüdenscheid und Herscheid

Wie hoch die Gebühren ausfallen, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. In Herscheid kommen auf vergleichsweise wenige Einwohnerinnen und Einwohner große Netzlängen – die Infrastruktur muss trotzdem vollständig bereitgestellt und unterhalten werden. Hinzu kommt der Beitrag an den Ruhrverband für die Reinigung des Abwassers, der einen wesentlichen Teil der Kosten ausmacht. Weil beide Kommunen hier unterschiedliche Voraussetzungen haben, fallen auch die Gebühren unterschiedlich aus.

Die aktuellen Gebührensätze für beide Kommunen finden Sie hier:​

  • Der erste Schritt zum Schutz ist zu wissen, ob Sie überhaupt gefährdet sind. So gehen Sie vor:

    So gehen Sie vor:

    1. HochwasserApp NRW nutzen: Geben Sie unter hochwasser-app.nrw/check Straße, Hausnummer und Ort ein. Sie erhalten sofort eine Einschätzung der Gefahr für Ihr Grundstück samt Hintergründen und Vorsorgetipps.

    2. Gefahrenkarten prüfen: Ein Blick in die Hochwassergefahrenkarten NRW und die Starkregengefahrenhinweise NRW zeigt, ob Ihr Gebiet betroffen ist. Ergänzend informiert der Märkische Kreis auf seiner Seite zur Starkregenvorsorge über die Lage im Kreisgebiet.

    3. Selbst einschätzen: Erhöhtes Risiko besteht oft, wenn Ihr Haus in einer Senke oder am Hang liegt, in Gewässernähe steht oder in einem ausgewiesenen Gefahrengebiet. Informationen zu Flüssen und Pegelständen finden Sie auf der Seite Flussgebiete.nrw.

    4. Starkregenmodell des Märkischen Kreises nutzen: Auf der Internetseite des Märkischen Kreises steht eine adressgenaue Starkregenmodellierung zur Verfügung – dort lassen sich für jedes Grundstück im Kreisgebiet mögliche Wasserstände und Fließwege von Starkregen anzeigen, für eine noch genauere Einschätzung als bei den landesweiten Karten

    Trifft einer dieser Punkte zu, lohnt sich Vorsorge – wie im Folgenden beschrieben.

    Weitere Informationen zum Schutz vor Hochwasser finden Sie zudem hier auf dem Web-Portal des Märkischen Kreises oder hier bei der Stadt Dortmund. 

  • Informieren Sie sich frühzeitig über Wetterwarnungen, Pegelstände und amtliche Gefahrenmeldungen. Aktivieren Sie Warn-Apps wie NINA oder WarnWetter und achten Sie auf Hinweise von Behörden und Feuerwehr.

    Zusätzlich entsteht im Märkischen Kreis derzeit ein kreisweites Frühwarnsystem für Starkregen und Hochwasser. Kern des Systems sind Messstellen an Gewässern und im Boden sowie eine lernfähige Künstliche Intelligenz (KI). Sie verknüpft Daten zu Wasserständen, Bodenfeuchte und aktuellen Wetterprognosen und kann so für kleinere und größere Gewässer frühzeitig aufzeigen, wo sich gefährliche Wasserstände entwickeln.

    Einsatzkräfte und Verantwortliche in Städten und Gemeinden sollen damit je nach Lage einen Zeitvorsprung von bis zu rund einer Stunde erhalten – Zeit, die im Ernstfall entscheidend sein kann. Perspektivisch ist geplant, ausgewählte Pegel- und Warninformationen auch der Öffentlichkeit über ein Internetportal zur Verfügung zu stellen.

  • Bei Starkregen kann der Wasserstand im öffentlichen Kanal bis zur sogenannten  Rückstauebene  ansteigen – in der Regel die Höhe der Straße vor Ihrem Haus. Alle Räume darunter (typisch: Keller) sind dann gefährdet, wenn sie nicht gesichert sind. Als Eigentümerin oder Eigentümer sind Sie nach der Entwässerungssatzung verpflichtet, eine geeignete  Rückstausicherung  einzubauen.

    So schützen Sie sich:

    1. Gefährdete Bereiche prüfen: Welche Räume und Abläufe liegen unterhalb der Rückstauebene?

    2. Sicherung wählen: Für tiefer liegende Räume, die nicht auf Entwässerung angewiesen sind, genügt oft ein Rückstauverschluss nach DIN EN 13564. Für Bereiche, die dauerhaft entwässern müssen, ist eine Hebeanlage mit Rückstauschleife der sichere Weg.

    3. Fachbetrieb einbinden: Lassen Sie Leitungsverlauf und Zustand vorab von einer Fachfirma (Sanitärinstallateur, Fachplaner) prüfen.

    4. Warten nicht vergessen: Nur eine regelmäßig gewartete Sicherung funktioniert im Ernstfall zuverlässig.

    Ausführliche Hinweise finden Sie in unserem Info-Blatt Rückstau.

  • Nicht nur von unten, auch von außen kann Wasser eindringen – über Türen, Lichtschächte und Kellerfenster.

    Wirksame Maßnahmen:

    • Bauliche Barrieren: Bodenschwellen an Türen und Zufahrten, Aufkantungen an Lichtschächten, druckdichte Fenster und Türen, im Ernstfall Sandsäcke oder mobile Schutzelemente.

    • Wasser weglenken: Pflaster und Gelände so gestalten, dass Wasser vom Gebäude wegfließt, nicht darauf zu.

    • Flächen entsiegeln: Unversiegelte Flächen nehmen Regen auf wie ein Schwamm. Wie Sie davon auch bei den Gebühren profitieren, lesen Sie hier.

    • Abläufe freihalten: Hof- und Straßenabläufe frei von Laub und Unrat halten, damit das Wasser abfließen kann.

    • Beim Bauen mitdenken: Planen Sie Schutz vor Sturzfluten schon beim Neu- oder Umbau ein – unabhängig von der Nähe zu Gewässern.

  • Normale Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen decken Hochwasserschäden meist nicht ab – dafür braucht es eine erweiterte  Elementarschadenversicherung . Nach dem Wasserhaushaltsgesetz (§ 5 WHG) ist zudem jede und jeder gehalten, im zumutbaren Rahmen selbst vorzusorgen. Ob und zu welchen Konditionen ein Gebäude versicherbar ist, hängt von Lage und Risiko ab. Auskunft geben Versicherer und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

    Hinweis: Wir informieren neutral und geben keine Versicherungsempfehlung.

  • Wenn Wasser akut ins Haus dringt, zählt jede Minute – und Ihre Sicherheit geht vor.

    Das sollten Sie tun:

    1. Sicherheit zuerst: Betreten Sie keine überfluteten Keller oder Tiefgaragen – es besteht Lebensgefahr durch Stromschlag, und Türen lassen sich durch den Wasserdruck oft nicht mehr öffnen.

    2. Feuerwehr rufen: Bei Gefahr für Menschen oder Gebäude wählen Sie 112. Melden Sie ausgelaufenes Heizöl, Farben oder Lacke.

    3. Menschen und Werte schützen: Bringen Sie gefährdete Personen und Haustiere in höhere Etagen, schalten Sie den Strom in gefährdeten Bereichen ab, sichern Sie wichtige Dokumente.

    4. Nicht zum Zuschauen fahren: Meiden Sie überflutete Straßen und Uferbereiche – „Hochwassertourismus" gefährdet Sie und die Einsatzkräfte.

    Nach dem Ereignis: Bausubstanz von einer sachkundigen Person prüfen lassen und betroffene Gegenstände fachgerecht entsorgen.

  • Hochwasserschutz beginnt lange vor dem nächsten Starkregen – daran arbeiten wir kontinuierlich:

    • Rückhaltebecken: In Lüdenscheid betreiben wir mehrere Regen- und Hochwasserrückhaltebecken, in Herscheid mehrere Regenrückhaltebecken. Sie puffern große Wassermengen, bevor sie Schaden anrichten. Bestimmt sind Sie auch schon an einem dieser Becken vorbeigekommen oder haben eines in Ihrer direkten Nachbarschaft.

    • Gewässerunterhaltung: In Lüdenscheid pflegen wir rund 191 km Gewässer, halten die Bachbetten frei und sorgen so für einen sicheren Abfluss.

    • Kanäle im Blick: Wir prüfen unsere Kanäle regelmäßig auf ihre Leistungsfähigkeit und nehmen überlastete Bereiche in unser langfristiges Sanierungsprogramm auf.

    • Vorausschauende Planung: Wir unterstützen Stadt und Gemeinde bei Neubaugebieten und Straßenprojekten, damit seltene Sturzfluten möglichst schadlos abfließen können.

    • Frühwarnsystem: Gemeinsam mit dem Märkischen Kreis und den Kommunen im Kreisgebiet bauen wir ein digitales Frühwarnsystem für Starkregen und Hochwasser auf. Mehr dazu unter Frühwarnung – rechtzeitig informiert sein.

Alle Gebührenthemen auf einen Blick

Höhe der Gebührensätze in Lüdenscheid und Herscheid

Wie hoch die Gebühren ausfallen, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. In Herscheid kommen auf vergleichsweise wenige Einwohnerinnen und Einwohner große Netzlängen – die Infrastruktur muss trotzdem vollständig bereitgestellt und unterhalten werden. Hinzu kommt der Beitrag an den Ruhrverband für die Reinigung des Abwassers, der einen wesentlichen Teil der Kosten ausmacht. Weil beide Kommunen hier unterschiedliche Voraussetzungen haben, fallen auch die Gebühren unterschiedlich aus.

Die aktuellen Gebührensätze für beide Kommunen finden Sie hier:​

Sie haben Fragen zum Hochwasserschutz?

Schreiben Sie uns:

 Im akuten Notfall: Feuerwehr 112.
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